Die Semperoper

Blick von der Augus­tus­brü­cke auf die Sem­per­oper; links das Ita­lie­ni­sche Dörf­chen, rechts das Basteischlösschen.

Die Sem­per­oper zählt frag­los zu den schöns­ten Opern­häu­sern der Welt. Kaum ein Bau­werk wird so sehr mit Dres­den ver­bun­den wie der Sem­per­sche Pracht­bau am Dresd­ner Thea­ter­platz. Der Anblick des bei Nacht fest­lich beleuch­te­ten Gebäu­des mit sei­nem impo­san­ten, von einer bron­ze­nen Pan­ther­qua­driga bekrön­ten Por­tal gehört zu den belieb­tes­ten und bekann­tes­ten Moti­ven der Stadt.

Die Sem­per­oper. Links und rechts vom Ein­gang befin­den sich die Sta­tuen Schil­lers und Goe­thes. Bild­nach­weis: fotolia

Weni­ger bekannt dürfte hin­ge­gen sein, dass es sich bei der Sem­per­oper mitt­ler­weile um den drit­ten Bau han­delt, der die­sen Namen trägt. Das erste Opern­haus wurde 1838 bis 1841 von Gott­fried Sem­per als könig­li­ches Hof­thea­ter in den For­men der ita­lie­ni­schen Früh­re­nais­sance errich­tet. Schon die­ser Bau erlangte inter­na­tio­nale Berühmt­heit und durfte sich zu den vor­nehms­ten Thea­tern Euro­pas rechnen.

Sel­tene foto­gra­fi­sche Ansicht des ers­ten Opern­baus.
Bild­nach­weis: Bild­ar­chiv Foto Marburg

Aller­dings war der ers­ten Oper Gott­fried Sem­pers keine lange Lebens­zeit beschie­den: Keine 30 Jahre waren seit der Ein­wei­hung ver­gan­gen, als das Gebäude im Sep­tem­ber 1869 einem ver­hee­ren­den Brand zum Opfer fiel.

Gott­fried Sem­per (1803—1879) hatte 1849 auf­grund sei­ner Betei­li­gung am Dresd­ner Mai­auf­stand aus Dres­den flie­hen müs­sen und war lange Zeit steck­brief­lich gesucht wor­den; erst 1863 hatte die säch­si­sche Regie­rung den Steck­brief wie­der auf­he­ben lassen.

Sep­tem­ber 1869: Die Oper steht in Flam­men.
Bild­nach­weis: Bild­ar­chiv Foto Marburg

Als das Sem­per­sche Hof­thea­ter 1869 nie­der­ge­brannt war, drängte die Dresd­ner Bür­ger­schaft dar­auf, Sem­per auch mit der Aus­füh­rung des Nach­fol­ge­baus zu beauftragen.

Sem­per nahm den Auf­trag des säch­si­schen Königs zwar an, ent­warf den Bau jedoch aus der Ferne.

Die Bau­ar­bei­ten began­nen im Jahre 1871 und wur­den von Sem­pers Sohn Man­fred unter Anwei­sung des Vaters geleitet.

Die fest­lich beleuch­tete Fas­sade der Sem­per­oper bei Nacht. Bild­nach­weis: Wiki­me­dia Com­mons, User:Sese Ingolstadt

Der 1878 fer­tig­ge­stellte Thea­ter­bau ver­fügte über eine pracht­volle Innen­aus­stat­tung und eine reich geschmückte Fas­sade. Zu den bau­plas­ti­schen Höhe­punk­ten des Opern­baus gehör­ten die bereits erwähnte Pan­ther­qua­driga über dem Ein­gangs­por­tal, die West­seite mit säch­si­schem Wap­pen, den Figu­ren „Liebe“ und „Gerech­tig­keit“ sowie dem Kopf Gott­fried Sem­pers; außer­dem Skulp­tu­ren von Goe­the, Schil­ler, Shake­speare, Sopho­kles, Molière und Euri­pi­des, die neben dem Ein­gang und in den Sei­ten­ni­schen der Fas­sade plat­ziert waren.

Zeich­nung der Ost­seite der Sem­per­oper. Bild­nach­weis: Bild­ar­chiv Foto Marburg

In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 fiel die Sem­per­oper infolge der Luft­an­griffe auf Dres­den zum zwei­ten Mal dem Feuer zum Opfer und brannte voll­stän­dig aus.

Erste pro­vi­so­ri­sche Siche­rungs­ar­bei­ten in den Jah­ren 1946 bis 1955 sorg­ten dafür, dass die ver­blie­bene Bau­sub­stanz vor dem Ein­sturz bewahrt wer­den konnte. Der eigent­li­che Wie­der­auf­bau unter der Lei­tung von Chef­ar­chi­tekt Wolf­gang Hänsch begann jedoch erst — nach acht­jäh­ri­gem Pla­nungs­vor­lauf — im Juni 1977.

Der Zuschau­er­raum im Jahre 1941. Bild­nach­weis: Bild­ar­chiv Foto Marburg

Die nun­mehr dritte Sem­per­oper wurde in enger Anleh­nung an das kriegs­zer­störte Vor­bild geschaf­fen, erfuhr jedoch im Inne­ren behut­same Modi­fi­ka­tio­nen, um den Anfor­de­run­gen eines moder­nen Opern­hau­ses gerecht zu wer­den.  Dabei wurde auch die Anzahl der Sitz­plätze auf 1.300 verringert.

Fer­ner erhielt das Thea­ter einen mit vier Sand­stein­mas­ken geschmück­ten Anbau, der seit­dem als Pro­be­bühne, Funk­ti­ons­bühne und Ver­wal­tungs­sitz dient.


Die aus­ge­brannte Oper (1949). Bild­nach­weis: Bild­ar­chiv Foto Marburg

Nach fast acht­jäh­ri­ger Bau­zeit wurde die rekon­stru­ierte Sem­per­oper am 13. Februar 1985 — dem 40. Jah­res­tag ihrer Zer­stö­rung — mit Carl Maria von Webers Oper „Der Frei­schütz“ fei­er­lich wiedereröffnet.

Es war das­selbe Stück, mit dem im August 1944 der regu­läre Spiel­be­trieb geen­det hatte.

Die wie­der­auf­ge­baute Sem­per­oper aus der Luft. Links die mit dem Opern­haus ver­bun­de­nen, moder­nen Funk­ti­ons­ge­bäude.
Bild­nach­weis: Wolf­gang Pehlemann

Wäh­rend der Jahr­hun­dert­flut vom August 2002 nahm das Gebäude erneut schwe­ren Scha­den, konnte aber bereits drei Monate spä­ter wie­der sei­nen Betrieb aufnehmen.

Die pracht­voll ver­zierte Decke des Zuschau­er­rau­mes.
Bild­nach­weis: Chris­toph F. Siekermann

Die Sem­per­oper ist das Opern­haus der Säch­si­schen Staats­oper Dres­den. Klang­kör­per der Staats­oper ist die Säch­si­sche Staats­ka­pelle Dres­den, die — mit einer mehr als 450 Jahre wäh­ren­den Geschichte — zu den tra­di­ti­ons­reichs­ten Orches­tern der Welt gehört.

Bewertungen für diesen Beitrag: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen)

Schlagwörter für diesen Beitrag: ,

Übersichtskarte

Buchempfehlung

()
Released
By
List Price:Visit Amazon for Price.
Westin Exklusive Angebote dresden.de

Anzeigen

Über TourDresden | Kontakt | Datenschutzhinweise | Impressum