Neubau-Projekt an der Hauptstraße

An Stelle einer maro­den Plat­ten­bau­zeile aus den 1970er Jah­ren soll in der Haupt­straße ein moder­nes Wohn– und Geschäfts­ge­bäude ent­ste­hen. Bild­nach­weis: kne­rer und lang Architekten

Daran, dass der Dresd­ner Neu­markt heute in wei­ten Tei­len wie­der von rekon­stru­ier­ten Barock­fas­sa­den geziert wird, hat die Gesell­schaft His­to­ri­scher Neu­markt Dres­den (GHND) nicht uner­heb­li­chen Anteil. Seit Jah­ren kämpft der Dresd­ner Bür­ger­ver­ein uner­müd­lich um jedes ein­zelne Bau­feld, immer gelei­tet von dem Bestre­ben, rund um die Frau­en­kir­che so viel wie nur irgend mög­lich von dem alten Ant­litz der Stadt wie­der auf­er­ste­hen zu lassen.

Die baro­cke Vor­kriegs­be­bau­ung aus der glei­chen Per­spek­tive.
Bild­nach­weis: arte4d / Andreas Hummel

Dezent modern: alter­na­ti­ver Bebau­ungs­vor­schlag der GHND.
Bild­nach­weis: arte4d / Andreas Hummel

Nach 10-jährigem Beste­hen ent­schloss sich der Ver­ein, auch auf das Bau­ge­sche­hen auf der ande­ren Elb­seite — vor­nehm­lich dem Gebiet des Neu­städ­ter Mark­tes — Ein­fluss zu neh­men. »Nur weni­gen ist noch bewusst, dass der Neu­städ­ter Markt zusam­men mit dem Neu­markt bis 1945 zu den schöns­ten und wich­tigs­ten Platz­an­la­gen Dres­dens gehörte. Das ursprüng­li­che Erschei­nungs­bild des Neu­städ­ter Mark­tes ist jedoch heute lei­der weit­ge­hend unbe­kannt«, heißt es auf einer eigens dafür kre­ier­ten Website. 

Ent­spre­chend enga­giert zeigte sich der Ver­ein, als im Februar 2010 die Pläne des Wei­ma­rer Inves­tors Flo­rana KG bekannt wur­den, ein lange geheg­tes Ziel der Dresd­ner Stadt­pla­nung zu ver­wirk­li­chen: An der Haupt­straße, der zen­tra­len Fuß­gän­ger– und Ein­kaufs­meile der Inne­ren Neu­stadt, sollte eine unan­seh­li­che Plat­ten­bau­zeile abge­ris­sen und durch einen moder­nen Neu­bau ersetzt wer­den. Mit dem Neu­bau sollte zugleich ein Durch­bruch zur Hein­rich­straße geschaf­fen wer­den, um das dahin­ter lie­gende Barock­vier­tel bes­ser an die Haupt­straße anzubinden.

Der in Zusam­men­ar­beit mit dem Archi­tek­tur­büro Kne­rer & Lang prä­sen­tierte Ent­wurf stellt einer­seits die alten Baufluch­ten wie­der her, ori­en­tiert sich aber bei der Gestal­tung von Dach und Fas­sa­den deut­lich an dem aus den 1970er Jah­ren stam­men­den Gebäu­de­be­stand der Hauptstraße.

Kri­ti­ker bemän­gel­ten, ein Plat­ten­bau werde durch einen ande­ren ersetzt; die Archi­tek­tur­spra­che sei dem Umfeld nicht ange­mes­sen. Die Gesell­schaft His­to­ri­scher Neu­markt, die zunächst auf der Rekon­struk­tion der baro­cken Vor­kriegs­be­bau­ung beharrt hatte, prä­sen­tierte als Alter­na­tive schließ­lich den Vor­schlag einer klein­tei­li­gen, zeit­ge­nös­si­schen Bebau­ung. Der Ent­wurf fand keine Beachtung.

Der Abriss der alten Plat­ten­bau­zei­len wurde im Februar 2011 abge­schlos­sen; die Fer­tig­stel­lung des Wohn– und Geschäfts­ge­bäu­des gemäß den Plä­nen des Archi­tek­ten Tho­mas Kne­rer ist für 2012 vorgesehen.

Visua­li­sie­rung der im Bau befind­li­chen Neu­be­bau­ung mit Blick in den Ober­gra­ben.
Bild­nach­weis: kne­rer und lang Architekten

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