Ein fragwürdiger Übergang

Saturday, March 07th, 2009 12:37am

Die Ergebnisse des Architektur-Wettbewerbs für das Neumarkt-Quartier V/I, ausgelobt von der Bauherrin, der KIB Projekt GmbH aus Nürnberg, liegen vor. Das städtebaulich sensible Gebiet an der Frauen- und Galeriestraße wird künftig als Bindeglied zwischen dem von der Nachkriegsarchitektur der 50er bis 70er Jahre geprägten Altmarkt und dem überwiegend nach historischem Vorbild wieder bebauten Neumarkt fungieren.

Die Jury spricht von einem “positiven Beitrag”, um die Architektur der Nachkriegsmoderne und das Neumarkt-Konzept zu verbinden. Die Ergebnisse – allesamt modernistisch und in grobem Kontrast zu traditionellen Bauformen stehend – sprechen für sich:
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1. Platz: F29 Architekten (Christian Schmitz/Peter Zirkel), Dresden

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2. Platz: Kupferschmidt Architekten, München

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3. Platz: Zander Architekten, Dresden

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Die Modellfotos zeigen den erstplatzierten Entwurf im Kontext der benachbarten Gebäude. platz1_modell3.jpg

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Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. reagierte mit Entsetzen auf die prämierten Entwürfe und formuliert dazu in einer gestern ausgegebenen Pressemitteilung:

“Nach Jahren des Ringens, intensiver Diskussion und sichtbarer Erfolge am Neumarkt ist es völlig unverständlich, wie eine von der Stadt eingesetzte Wettbewerbsjury Entwürfe prämieren kann, die auf so eklatante und provozierende Weise gegen die vom Stadtrat gebilligte städtebaulich-gestalterische Gestaltungssatzung für den Dresdner Neumarkt verstoßen. Kein einziger prämierter Entwurf hält die Vorgaben ein: das Wettbewerbsergebnis ist damit aufzuheben. […] Besonders die Vorauswahl der teilnehmenden Architekturbüros und der Jury seitens der Verwaltung führt zu Zwangsergebnissen, die der Investor nicht zu verantworten hat. Auch hat sich wiederholt gezeigt, dass Architektur- oder Werkstattwettbewerbe auf Grund ihrer jetzigen einseitigen Ausrichtung auf modern entwerfende Architekten kein geeignetes Mittel sind, um zu einer akzeptablen Lösung zu kommen. Architekturwettbewerbe werden derzeit dazu genutzt, bestimmte baukulturpolitische Ziele zu legitimieren und diese gegenüber einer andersdenkenden Mehrheit durchzusetzen.”

Winter

Friday, January 09th, 2009 11:41am

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Neues Bauen in Dresden: Impressionen zum Jahreswechsel

Tuesday, January 06th, 2009 1:53pm

Nach langer Pause möchte ich den Jahreswechsel nutzen, um einige ausgewählte Blicke auf das aktuelle innerstädtische Baugeschehen in Dresden zu werfen.

Gerade weil fast alle der im Verlauf des letzten Jahres in diesem Blog berichteten Bauprojekte sich im Bereich der Altstadt befinden, beginne ich heute zur Abwechslung einmal auf der Neustädter Seite. Dort ist eine bedeutsame Baulücke geschlossen worden, die das von barocker Originalsubstanz dominierte Areal um die Dreikönigskirche zwischen Hauptstraße und Königstraße deutlich aufwertet.

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Wo noch vor zwei Jahren Müllcontainer und parkende Autos einen ernüchternden Kontrast zum ansonsten gehobenen Ambiente der Königstraße bildeten, ist in der Zwischenzeit das “Hotel Bülow Palais” entstanden.
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Mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit nimmt der als Stahlbetonbau errichtete Komplex seinen Platz im Ensemble der historischen Barockgebäude ein. Selbst die für den Barock typischen illusionistischen Wandmalereien fehlen nicht, wie an den beiden mittleren Fensterachsen im oberen Bild (wohl erst auf den zweiten Blick) zu erkennen ist.
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Bis auf den teilweise noch unverkleideten Sockel weist kaum etwas auf die Tatsache hin, dass es sich hier um einen Neubau handelt.
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Besonders erfreulich an diesem Projekt wiegt der Umstand, dass es ohne die berüchtigten Dresdner Streitereien und Rangeleien zwischen Architektengremien, Gestaltungskommissionen, Baubürgermeistern und Bürgerinitiativen zustande kam. Mehr davon!

Am Neumarkt ist in der Zwischenzeit auch die “Heinrich-Schütz-Residenz” fertiggestellt worden, die als Seniorenheim der Extraklasse betrieben und derzeit vermietet wird.
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Die Rekonstruktionen des ehemaligen Wohnhauses von Heinrich Schütz sowie des sog. Köhlerschen Hauses gehören zu dem – vor allem in bildhauerischer Hinsicht – bemerkenswertesten, was bisher am Neumarkt geschaffen wurde. Höhepunkt dieser Leistung ist fraglos der runde Erker des Schütz-Hauses, in den geborgene Original-Fragmente integriert wurden.
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Kaum weniger beeindruckend fällt der plastische Schmuck des benachbarten Köhlerschen Hauses aus:
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Der moderne Anbau des Schütz-Hauses präsentiert sich als elegant geschwungener Baukörper und stellt aus meiner Sicht den wohl am stärksten gelungenen Akzent der Moderne am Neumarkt dar.
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Am östlichen Rand des Neumarkt-Gebiets, zwischen Polizeipräsidium und Albertinum, ist das Kurländer Palais mittlerweile äußerlich fertiggestellt:
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Kaum vorstellbar, dass es sich bei diesem Bau noch vor knapp zwei Jahren um eine Kriegsruine handelte: Der Bombenkrieg und der darauffolgende, mehr als 6 Jahrzehnte währende Verfall hatten kaum mehr als die Giebelseite und einige Mauerreste übrig gelassen.

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Schlendert man vom Kurländer Palais in Richtung Frauenkirche, fällt das Bauprojekt der Innside Hotel GmbH ins Auge, die in der Rampischen Straße einen umstrittenen Hotelkomplex errichtet, der die ehemaligen Parzellen Rampische Straße 9 bis 21 umfasst. Das untere Bild zeigt das Stahlbetonskelett der Rampischen Straße 9, das mit Ziegelmauerwerk ausgefacht wird:
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Während der vom Architekturbüro Woerner & Partner gelieferte Entwurf die Rekonstruktion der Fassaden 9 und 19 nach barockem Vorbild vorsieht, werden die Numern 11 bis 17 zu einem durchgehenden, modern gestalteten Komplex mit nur sechs Fensterachsen zusammengefasst:

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Die Gesellschaft Historischer Neumarkt, die in unmittelbarer Nachbarschaft ihr eigenes Rekonstruktionsprojekt verfolgt – mittlerweile ist das Erdgeschoss im Rohbau fertiggestellt (s.u.) – merkt dazu kritisch an: “Sowohl durch übergroße Stockwerkshöhen als auch durch das bewußte Nichtbeachten der historischen Fenstermaße (sechs überbreite Öffnungen statt ehemals 14 schmale Fenster!) wird die wichtige Kleinteiligkeit der Rampischen Straße völlig zerstört. Dieser fehlende Bezug zur historischen Maßstäblichkeit wertet die gesamte bisherige Wiederaufbauleistung ab.”

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Unmittelbar in das Platzbild des Neumarkts hinein wirkt die imposante, elegant abgerundete Fassade von Neumarkt 2 (Quartier III).
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Szenenwechsel: Nur wenige Hundert Meter von der Frauenkirche entfernt entfaltet sich das z.T. futuristisch anmutende Platzbild des Postplatzes, das kaum noch Bezüge zum Vorkriegszustand aufweist. Das Bild unten zeigt auf der rechten Seite den bezugsfertigen “Wilsdruffer Kubus”, links das bereits in den 90er Jahren fertiggestellte “Haus am Zwinger”, im Vordergrund Elemente der neuen Platzbeleuchtung sowie den sog. “Waterscreen”, ein dauerdefektes Wasserspiel.
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Wirkt der Wilsdruffer Kubus in der Frontalansicht sehr massiv und wuchtig, vermag das Fassadenbild bei seitlicher Betrachtung durchaus zu gefallen. Dies bewirkt v.a. das Zusammenspiel aus den zurückgesetzten Fenstern, den weit herausragenden Sohlbänken aus Naturstein sowie den deutlich sichtbaren Fugen der Natursteinverkleidung.
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Oben: Zu dem großen Kubus gesellt sich ein kleiner, schwarz verkleideter Würfel, dessen Haupteingang zur Wilsdruffer Straße hin gelegen ist. Das m.E. eher abweisend gestaltete Gebäude hat nichstetrotz schnell einen Mieter aus dem Gastronomiebereich gefunden.
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Obwohl der Wildsruffer Kubus durchaus gestalterische Qualitäten besitzt, vermag der Kontrast zwischen dem architektonischen Feuerwerk des Zwingers und der Strenge des Neubaus kaum zu überzeugen:
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Die durch das Haus am Zwinger und den fertig gestellten Wilsdruffer Kubus gebildete Gasse präsentiert sich als abgeschotteter, wenig einladender städtischer Raum.

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Die Macht der Illusion:
Dresden 2008

Tuesday, November 25th, 2008 2:03pm

Schwarz-Weiß-Fotografien unzerstörter deutscher Städte, kultiviert in ungezählten nostalgischen Bildbänden und zunehmend auch Online-Bildarchiven wie bspw. www.bildindex.de, beschwören seit Jahrzehnten eine Welt, die vor über sechs Jahrzehnten in den Flammen des Bombenkrieges unterging. Wer heute Hamburg, Berlin, Frankfurt oder Dresden besucht und sich im Buchhandel nach ortskundiger Litaratur umsieht oder im Postkartenständer nach schönen Motiven sucht, stößt früher oder später auf die sepiagetönten Ansichten einer Welt, die unwiederbringlich verloren scheint und doch – gerade wegen dieser Bilder – in der Erinnerung weiterlebt und zu einer wachsenden Zahl von Wiederaufbau-Projekten wie denen am Dresdner Neumarkt antreibt.

Als Grafiker habe ich mich immer wieder gefragt, ob die imaginäre Welt, die durch die historischen Postkartenmotive am Leben gehalten wird, der Realität wohl standhalten würde, wenn mir die Chance einer Zeitreise vergönnt wäre. Und so habe ich einen umgekehrten Versuch unternommen, indem ich Dresdner Motive, die erst kürzlich von den Sensoren meiner digitalen Spiegelreflexkamera eingefangen wurden, nachträglich mit Patina und Altersspuren versah. Natürlich wird jedem Kenner sofort auffallen, dass die Frauenkirche aufgrund der witterungsbedingten Sandstein-Verfärbung vor dem Krieg fast schwarz war, und auch manch rekonstruierte Fassade wirkt deutlich zu frisch und zu perfekt. Dennoch: Obwohl die digitale Manipulation von Fotomaterial zu meinem Alltagsgeschäft gehört, war ich verblüfft, wie leicht die Täuschung gelingt – und vor allem: wie gerne ich mich täuschen lasse!

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Erweiterung der Altmarkt-Galerie bis Herbst 2010

Friday, June 20th, 2008 11:04am

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Nun ist es amtlich: Die Dresdner Altmarkt-Galerie soll bis Herbst 2010 um 18.000 qm zum Postplatz und zur Wilsdruffer Straße hin erweitert werden. Für die Erweiterung hat die ECE das denkmalgeschützte „intecta“-Gebäude an der Ecke Altmarkt/Wilsdruffer Straße erworben; der im Stil des “Stalinbarock” gehaltene Bau schließt die historische Altmarkt-Bebauung der frühen Nachkriegszeit zur Wilsdruffer Straße hin ab und soll künftig als zusätzliches Entrée zur Altmarkt-Galerie fungieren. Zuvor hatte die ECE auch das sog. “Linde-Haus” – zweifellos ein Tiefpunkt sozialistischen Städtebaus im Dresdner Zentrum – gekauft, das für die Erweiterung abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt werden soll. Laut ECE soll die Wilsdruffer Straße durch die Maßnahme eine “deutliche Aufwertung” erfahren. In den Obergeschossen werden nach Auskunft des Investors Büros sowie ein Hotel auf insgesamt 5.500 qm Platz finden. Auf den neuen Flächen soll vor allem kleinteiliger Einzelhandel angesiedelt werden, was “besondere Chancen für regionale Betreiber und inhabergeführten Einzelhandel” bieten soll. Insgesamt wird es ca. 90 neue Shops geben – im Schnitt ist damit jedes Geschäft maximal 200 qm groß. Nur drei neue Shops sind zurzeit größer als 1.000 qm geplant.

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Was bedeutet dieses Projekt für Dresden? Hier geht es um 18.000 qm mehr Shopping-Genuss, 18.000 qm zusätzliche Schlemmerfreuden, 18.000 qm erweiterten Hotel-Komfort für eine Stadt, die derzeit dabei ist, ihr kulturhistorisches Zentrum zielstrebig in einem Meer aus Hotelbetten, Büros und Shopping-Centern zu ersäufen. Laut Auskunft der ECE-Gruppe soll mit dem Projekt “endlich die Verbindung zwischen der historischen Altstadt und der Einkaufsmeile Prager Straße” hergestellt werden. Man fragt sich als Ortskundiger unweigerlich, welche Aufgabe denn die Seestraße als natürliche Nord-Süd-Achse der inneren Altstadt bisher erfüllte? Während an der Prager Straße bereits über 50.000 qm neue Geschäftsflächen entstehen, während das große “Loch” am Wiener Platz vermutlich ebenfalls bald mit Geschäften und Büros zugeschüttet werden wird, während an der Schloßstraße, am Neumarkt, am Dr.-Külz-Ring, am Altmarkt, an der Herzogin Garten und am Postplatz ein Hotel nach dem anderen aus dem Boden gestampft wird, wird nun auch die Altmarkt-Galerie noch einmal massiv aufgepumpt werden.

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In einer Zeit, in der der private Konsum angesichts explodierender Lebenshaltungskosten kaum Wachstumspotenziale aufzuzeigen hat, und in der auf die Dresdner Tourismus-Euphorie allmählich die Dresdner Tourismus-Depression folgt, stellt sich unweigerlich die Frage, wann die Investitionsblase platzt und das große Einzelhandels- und Hotel-Sterben einsetzen wird, das seine Opfer – wie immer – bei den kleinen Unternehmen fordern und uns eine unattraktive Monokultur global agierender Branchenriesen hinterlassen wird.

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Doch nun zu den städtebaulichen Aspekten dieses Mammut-Projektes. Vereinfacht gesagt kann man feststellen, dass sich dieses Projekt nach außen präsentiert, wie es hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit konzipiert ist: profitmaximiert, überdimensioniert, gestalterisch unambitioniert, da am Lokalkolorit uninteressiert.

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Natürlich ist diese Architektur immer noch besser als die verrottete Plattenbaukulisse der 60er und 70er Jahre – schlimmeres als das “Linde”-Haus hat das Dresdner Zentrum derzeit ohnehin nicht zu bieten. Mit dem sandfarbenen Gebäudeabschnitt, der sich unmittelbar an das sanierte “intecta”-Kaufhaus anschließen soll, wird ein leidlicher Übergang zwischen der verspielten Kaufhaus-Architektur der 50er Jahre und der typischen, funktionalistischen ECE-Investorenarchitektur erreicht. Die Verwendung von Naturstein sorgt dafür, dass der Gebäudekomplex wenigstens im Hinblick auf die Materialität einen einigermaßen ordentlichen Eindruck macht. Doch damit ist die Liste der als positiv einzustufenden Gestaltungsattribute auch schon beendet.

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Bedenkt man, dass wir uns hier nicht auf irgendeiner Shopping-Meile, sondern in unmittelbarer Nähe einiger der bedeutendsten architektonischen Kostbarkeiten Deutschlands befinden – Zwinger und Frauenkirche befinden sich jeweils nur 1-2 Gehminuten entfernt – wird es einem bange um das künftige Antlitz dieser Stadt. Gebäude dieser Art können an jeder beliebigen Ausfallstraße jeder x-beliebigen europäischen Großstadt stehen. Dem – aufgrund ihrer enormen Breite – ohnehin überdimensionierten Charakter der Wilsdruffer Straße wird durch die Massivität und Fehlproportionierung dieser Architektur kaum entgegen gewirkt, im Gegenteil: Kleinteiligkeit wird schmerzlich vermisst, so dass zu hoffen bleibt, dass seitens der Stadt wenigstens eine stärkere vertikale Gliederung des Komplexes eingefordert wird.

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Der strenge Gebäudeduktus und die Materialwahl machen übrigens deutlich, dass der neue Shopping-Komplex in seiner Ausformung bereits einen deutlichen Bezug auf die als “angenehm richtungslos” gepriesene Architektursprache des neuen Postplatzes nehmen soll. Doch bei unvoreingenommener Betrachtung wird deutlich: Nur wenige Hundert Meter von Frauenkirche und Zwinger entfernt sinkt der Anspruch an innerstädtische Stadtbaukunst und architektonische Gestaltung in der “Kunststadt Dresden” endgültig ins Bodenlose. Mit dem Postplatz und seiner angenehm richtungslosen, austauschbar globalen Architektur – derzeit gekrönt von einem 300.000 Euro teuren, nach zahllosen Reparaturen noch immer nicht funktionierenden Wasserspiel – gibt Dresden sich nach ungezählten Possenspielen um Waldschlößchenbrücke & Co. einmal mehr der Lächerlichkeit preis.

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Bildmaterial: ECE-Gruppe

An der Frauenkirche 22: Architekturbüro woernerundpartner distanziert sich von Ausführung

Wednesday, May 14th, 2008 2:52pm

Die vom Architekturbüro woernerundpartner entworfene, zeitgenössisch gestaltete Fassade für das Haus An der Frauenkirche 22 gehört zum Neumarkt-Komplex “Juwel an der Frauenkirche” (Quartier III), welcher vom Investor Baywobau realisiert wird und äußerlich mittlerweile nahezu fertiggestellt ist.

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woernerundpartner haben sich mittlerweile von der Ausführung ihres Entwurfs distanziert und nehmen dazu wie folgt Stellung:

“Mit der Übergabe der Entwurfspläne an das bereits beauftragte Planungsbüro endete unsere Beteiligung an der Gestaltung – die Pläne galten nunmehr als Grundlage für die weitere Fassadenplanung.

Von dem nun vorliegenden Ergebnis distanzieren wir uns ausdrücklich; es widerspricht unserer Planung und ihren wesentlichen, prägenden Gestaltungsvorgaben. Insbesondere die Fugenplanung, die Materialwahl und Farbigkeit wurden grob vernachlässigt und falsch interpretiert. Die von uns entwickelte Fassadenwölbung reduzierte man zu einem ‘Knick’. Ein zusätzlicher Farbanstrich führt zum Eindruck einer ‘plastikverkleideten’ Fassade, und die nachträglich aufgezeichneten Fugen können nur als Versuch einer Schadensbegrenzung gewertet werden.

Moderne, zeitgenössische Architektur ist ja nicht erst seit ihrer Etablierung am Neumarkt für viele ein Reibungspunkt – und der Diskussion um unsere Entwürfe stellen wir uns immer gern. Wenn diese Entwürfe allerdings ohne unsere Beteiligung in einer gestalterisch und baulich minderwertigen Qualität umgesetzt werden, wie im vorliegenden Fall geschehen, können und wollen wir diese auch nicht verteidigen.”

“Centrum-Galerie” zu 60% vermietet

Friday, May 02nd, 2008 11:28am

18 Monate vor ihrer Eröffnung sind nach Angaben des Investors rund 60 Prozent der an der Prager Straße im Bau befindlichen “Centrum-Galerie” vermietet.

Axel Funke, Geschäftsführer des Entwicklers Multi Development, kommentiert das Bauvorhaben wie folgt: „Ab September 2009 hat die Dresdner Innenstadt einen weiteren touristischen Magneten: Mit ihrer stadtbildprägenden, sehr modernen Architektur und dem gehobenen internationalen Handelsangebot wird die Centrum-Galerie helfen, die Prager Straße zu einem der besten Einkaufsboulevards Deutschlands zu machen!“

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Mit ca. 120 Shopeinheiten und ca. 52.000 m² Handelsfläche ist die Centrum-Galerie das größte innerstädtische Einzelhandelsprojekt Dresdens.

Auf der Projekt-Homepage www.centrumgalerie.de können eine Reihe von Modellfotos heruntergeladen werden, die eine Vorstellung von den künftigen Dimensionen des Shopping-Komplexes vermitteln.

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Bildquelle: www.centrumgalerie.de

„sonnpark_ein temporärer Park für Dresden“

Friday, May 02nd, 2008 10:27am

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Im Rahmen der Ausstellung „sonnpark_ein temporärer Park für Dresden“ laden die Initiatoren und Riesa Efau zu einer Diskussionsveranstaltung ein. Diese findet am 8. Mai vom 20 bis 22 Uhr in der Motorenhalle, Wachsbleichstraße 4 a in Dresden statt. Ziel dieser Veranstaltung ist, gemeinsam mit den Vertretern der Stadt, Verwaltung, Kultur, Verbänden, Vereinen, Wirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern, eine Interessengemeinschaft für den Sonnpark zu formulieren.

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Über die St. Petersburger Straße fahren täglich 50 000 Autos und trennen damit Altstadt, Großen Garten und Elbwiesen voneinander. Nach Schätzungen von Verkehrsplanern beträgt das Verkehrsaufkommen am Sonntag zwischen der Hälfte und Zweidritteln des Wochenzustandes. Das Projekt „sonnpark“ der Architekten Frank Lauhoff und Jan de Wolff schlägt vor, während der warmen Monate die St. Petersburger Straße künftig sonntags zu sperren und in einen temporären Park zu verwandeln, den sonnpark:

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„Die Vorstellung auf der Sprechbühne am Rathenauplatz endet gerade mit tosendem Applaus, während eine Gruppe Touristen staunend von der Brühlschen Terrasse in den Großen Garten flaniert. Auf dem Weg bietet ein pneumatischer Brunnen mit Wasserspielen eine moderne Interpretation barocker Gartenarchitektur und die Sonnkörbe der Orangerie auf dem Pirnaischen Platz laden zum Verweilen ein …“. So skizzieren die beiden jungen Architekten ein mögliches Zukunfts-Szenario für den östlichen Altstadtring, der sich sonntags mit Hilfe kleiner Architekturen in einen lebendigen und vernetzten Stadtraum verwandeln soll.

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Der Deutsche Werkbund Sachsen präsentiert dieses beim Wettbewerb „Umbruch gestalten“ ausgezeichnete Projekt gemeinsam mit dem Neuen Sächsischen Kunstverein nun im Lichthof des Rathauses, um es in Text, Bild und Modell einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und zur Diskussion anzuregen.
Weitere Informationen gibt es unter www.sonnpark.de.
Geöffnet ist der Lichthof montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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Textquelle: Presseamt der Landeshauptstadt Dresden
Bildquelle: www.sonnpark.de

“Neues innerstädtisches Wohnen am Löwenhof”

Thursday, April 17th, 2008 4:22pm

Ein Architekturwettbewerb um die Gestaltung des östlichen Teils des Quartier VIII am Neumarkt (Investor: Baywobau) ist entschieden. Gewonnen haben STELLWERK architekten, ein junges Dresdner Architekten-Team um den interdisziplinären Architekten und Gestalter Philipp Herrich, der in freier Mitarbeit auch schon an der Planung des Quartier I ( “Quartier an der Frauenkirche” ) beteiligt war.

Unter dem Motto “neues innerstädtisches Wohnen am Löwenhof” sieht das Konzept in unmittelbarer Nachbarschaft von Stallhof und Johanneum einen lichtdurchfluteten, sehr modern gestalteten Innenhof als Herzstück eines Häuserblocks vor, dessen Fassaden zu den Straßenseiten hin überwiegend nach historischem Vorbild rekonstruiert werden sollen. Eine Ausnahme bildet eine zurückhaltend modern gestaltete Fassade, die sich an das rekonstruierte, sogenannte “Bosesche Haus” anschließt.

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Hier Auszüge aus der Projektbeschreibung, wie sie auf der Website von STELLWERK architekten nachzulesen ist:

“Mitten im Herzen der historischen Altstadt – zwischen Johanneum und Schloss, in direkter Nachbarschaft zur wiederaufgebauten Frauenkirche entsteht das älteste Wohnquartier der Stadt neu. Seit etwa 10 Jahren wird dieser Platz durch den schrittweisen Neubau der einzelnen Quartiere wieder in das Bewußtsein der Dresdner und ihrer Gäste zurück geholt.

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Mit dem Neubau am Löwenhof soll erstmals ein fast reines Wohnquartier am Neumarkt entstehen. Der Bauherr wünscht sich in dem Gebäude Wohnungen mit einer besonderen Qualität der Grundrisse, der Ausstattung und mit einer Fassade, die dem gesamten Baukörper eine unverwechselbare Gestalt gibt und zu einer positiven Identifikation der Mieter mit „ihrem“ Haus führt.

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Dem Innenhofbereich kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu, er wird zum Mittelpunkt für alle Bewohner der daran angeschlossenen Häuser. Während im vorderen Teil an der Schössergasse noch eine öffentliche Nutzung durch das Restaurant erfolgt, ist der hintere, private Bereich des Hofes durch einen Höhensprung klar abgetrennt und nur für die Mieter zugänglich. Die Öffnung des Hofes im vorderen Teil, als Erweiterung der Schössergasse, erscheint im gewählten Rahmen möglich und verleiht dem Innenhof durch das Miteinander von Gastronomie und Wohnen das Flair einer italienischen Piazetta.

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Subtile Knicke entlang der Fassade des Hauptbaus gliedern den Baukörper im Innenhofbereich und optimieren die Belichtungsverhältnisse. Der gegenüberliegende Anbau des Boseschen Hauses korrespondiert mit den Eingriffen in die Kubatur des Hauptbaus.

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Resultat ist eine eindeutige Zonierung des Löwenhofs in zwei Teilbereiche. Die Grenze ergibt sich entlang der Verengung zwischen den beiden Baukörpern. Der vordere Teil bleibt durch eine Gastronomie im Erdgeschoss und im Außenbereich öffentlich erlebbar - der hintere Teil wird zum Wohnhof. Die aussen-räumliche Qualität liegt im Wechsel dieser beiden unterschiedlichen, aber eindeutig definierten Räume.

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Die mit Holzwerkstoffplatten verkleidete Fassade wird durch den Wechsel von offenen und geschlossenen Bereichen sowie durch bewegliche, als Sonnenschutz dienende, Schiebeelemente rhythmisiert. Eingeschnittene Loggien verleihen der Fassade Tiefe und setzen die innere Wohnqualität nach aussen fort.”

Bildmaterial: STELLWERK architekten

Fassadenwettbewerb für Altmarkt-Südseite entschieden

Thursday, March 13th, 2008 12:18pm

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Der Fassadenwettbewerb für die Altmarkt-Südseite ist entschieden. Gewonnen hat ein Entwurf des Dresdner Architekten Eberhard Pfau. Angesichts der nach wie vor dominierenden modernistischen Architekturauffassung in den städtebaulichen Entscheidungsgremien dieser Stadt verwundert es kaum, dass die Gestaltung wieder einmal mehr oder minder minimalistisch ausfällt: Das Auge sucht vergeblich nach feinen Akzenten, wie sie bei den benachbarten Wohnbauten der 50er Jahre zu finden sind. Stattdessen kommt die Fassade recht glatt und profillos daher, die Fenster haben keine Gewände, die Fensterflächen sind kaum gegliedert; zudem wird das künftige “Hotel Altmarkt” als einziger der seit 1990 am Altmarkt errichteten Neubauten nicht von stehenden, sondern liegenden Fensterformaten geprägt sein. Es versteht sich beinahe von selbst, dass ein Neubau am ältesten Platz der Stadt nicht mit ornamentalen Elementen arbeitet: Je gewichtiger das historische Umfeld – in diesem Falle die Kreuzkirche –, desto banaler muss offenbar die architektonische Konzeption ausfallen; dies war bereits bei der Entscheidung des Fassadenwettbewerbs für den “Wilsdruffer Kubus” am Postplatz zu beobachten gewesen.

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Ein Trost dabei: Obwohl das Ergebnis insgesamt recht enttäuschend ausfällt, verspricht das Gebäude letztlich ein Gewinn für den Platz zu werden, wird doch die seit über 60 Jahren brachliegende Südseite des Altmarktes endlich geschlossen und der Altmarkt wieder als klar definierter, innerstädtischer Platz erlebbar. Traufhöhe und Materialwahl (Sandsteinfassade, rotes Ziegeldach) sorgen zudem dafür, dass der Neubau trotz seiner trivial wirkenden Gestaltung mit einer gewissen Selbstverständlichkeit seinen Platz im städtebaulichen Umfeld einnimmt. Fazit: Von einer Katastrophe kann angesichts dieses Entwurfs sicherlich nicht die Rede sein – von einer vertanen Chance allemal.

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Historischer Vergleich: Der Altmarkt um 1900.

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Bildnachweis: Pfau Architekten, Wikipedia